Ratsmann aus Königsberg, Vogt der preußischen Städte in Schonen, Sendbote bei mehreren Hansetagen und Admiral der preußischen Flotte

Leben

Namensvarianten: Arnd van Herforde, Arnoldus de Hervorde, Arnoldt von Herferten, Arnold von Herferten

Lebensdaten: mindestens 1360 bis 1404

Herkunft: Königsberg

Tätigkeitsgebiet: Nord- und Ostsee

Verwandtschaft:

Tätigkeiten

Im April 1386 klagt Arnd von Hervorden vor einer Versammlung der preußischen Städte, welche Schädigungen durch die Engländer ("die Engelschen in Engeland") in den letzten 10 Jahren resümieren soll: 1378 sei er in Hull gewesen, wo ihm von Rubbort Czeleb widerrechtlich 22 Nobelen abgenommen worden seien. Deshalb habe er sich "guthe warhaftige" Briefe von den hansischen Älterleuten in London ausstellen lassen, die ihm aber auch nichts genützt hätten. Als Zeugen genannt werden Herr Henricus Priester, "der mit der Eler Buckschen czu herberge lag", und zwei weitere Priester.[1] In einer weiteren Quelle wird der Vorfall etwas präzisiert: In Kingston upon Hull soll Robertus Selby von Arnd von Hervorden einen überhöhten Zoll in Höhe von 22 Nobiles eingezogen haben. Die "mercatores Alemanie" hätten ihm Briefe ausgestellt, die belegen, dass er die Privilegien genieße, die der englische König ihnen erteilt habe. Dennoch habe er nichts demit ausrichten können.[2]

Wird am 05.07.1398 (gemeinsam mit Arnold Hecht aus Danzig) durch Konrad von Jungingen zum Admiral der preussischen Flotte ernannt.[3] Am 06.10.1398 fragen die beiden, wie lange man jemanden festhalten darf, wenn er im Namen der Städte arrestiert wurde. Außerdem geben sie an, dass sie Geld ausgegeben haben, um die Flotte auszurüsten.[4]

Status: Ratsmann in Königsberg[5]

Fahrgemeinschaften: Arnold Hecht

Auftraggeber: Konrad von Jungingen, Hochmeister des Deutschen Ordens

Angaben zu Schiff und Besatzung:

Sonstige Tätigkeiten:

Sonstiges

Im Sommer 1389 ist Arnd von Hervorden Vogt der preußischen Städte in Schonen.[6] In dieser Funktion beschuldigt er den Lübeckischen Vogt in Schonen, Johann Horborg, die Grenze zwischen der preußischen und lübeckischen Vitte verletzt zu haben: Horborg habe das Kreuz, das die Grenze markierte, 'mit großem Übermut' ausgraben und 26 Fuß in das Gelände der preußischen Vitte verschieben lassen.[7]

Von Hervorden nimmt von 1401 bis 1403 als Sendbote Königsbergs an mehreren Hansetagen teil, auf denen u.a. die rechtmäßige Herrschaft Gotlands diskutiert wird.[8] Im Dezember 1403 wird darüber beraten, wie wie der Hochmeister des Deutschen Ordens ohne Krieg Gotland entsetzen könne. Jener habe bereits ein Schiff mit 50 Bewaffneten losgeschickt.[9]

Erwähnung in:

DD 4.4: 55, 90f., 146.

HR 1.3: 199, 202, 431, 434, 456.

HR 1.4: 476, 501.

HR 1.5: 12, 132, 138, 166.

HR 1.7: 278.

Keine Erwähnung in:

HR 1.6

HUB 4 und 5

LivlUB 4

LübUB 4, 5 und 6

Quellen

Danske Sprog- og Litteraturselskab (Hrsg.): Diplomatarium Danicum. Kobenhavn 1958 – 1990.

Verein für hansische Geschichte (Hrsg.): Hanserecesse. Abt. 1, Die Recesse und andere Akten der Hansetage: 1256 – 1430. Leipzig: Duncker & Humblot, 1870ff.

Verein für Hansische Geschichte (Hrsg.): Hansisches Urkundenbuch. München: Duncker & Humblot, 1.975/1300(1876) - 11.1486/1500(1916).

Bunge, Georg von u.a. (Hrsg): Liv-, Esth- und Kurländisches Urkundenbuch. Nebst Regesten. Bde. 1-24. Reval 1853-1914.

Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde (Hrsg.): Lübeckisches Urkundenbuch. Urkundenbuch der Stadt Lübeck. Lübeck 1843ff.


Einzelnachweise

  1. HR 1.3: 199 § 7.

  2. HR 1.3: 202 § 10.

  3. HR 1.4: 476.

  4. HR 1.4: 501.

  5. HR 1.4: 476. HR 1.5: 12, 132, 138, 166.

  6. HR 1.3: 431, 456. DD 4.4: 55, 146.

  7. HR 1.3: 434. DD 4.4: 90f.

  8. HR 1.4: 12, 132, 138.

  9. HR 1.4: 166


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